Veröffentlicht am Mai 11, 2024

Ein reines SMI-Portfolio ist kein Synonym für Sicherheit, sondern birgt durch die Dominanz von Nestlé, Roche und Novartis ein erhebliches Klumpenrisiko.

  • Die drei grössten Titel machen fast die Hälfte des Index aus, was die Diversifikation stark einschränkt und Ihr Depot von wenigen Branchen abhängig macht.
  • Echte Stabilität erfordert eine bewusste Strategie, die über den Standard-SMI hinausgeht, z.B. durch breitere Indizes wie den SPI oder gewichtungsbegrenzte Alternativen wie den SLI.

Empfehlung: Ergänzen Sie Ihr Kerninvestment in SMI-Werte gezielt mit mittelgrossen Unternehmen (via SMIM-ETF), um das Klumpenrisiko zu reduzieren und zusätzliche Renditechancen zu nutzen.

In Schweizer Aktien zu investieren, fühlt sich für viele Anleger richtig an. Es ist ein Bekenntnis zur heimischen Wirtschaft, zu Qualität, Stabilität und Innovationskraft. Namen wie Nestlé, Roche, Novartis, Zurich oder UBS sind weltweit bekannt und stehen für Verlässlichkeit. Der naheliegende Gedanke ist daher, einfach in die 20 grössten Unternehmen des Swiss Market Index (SMI) zu investieren, um ein solides Fundament für das eigene Vermögen zu schaffen. Dieser Ansatz ist verständlich, birgt jedoch eine oft übersehene, aber entscheidende Schwachstelle.

Die landläufige Meinung ist, dass ein Investment in den SMI automatisch eine breite Streuung über die Schweizer Wirtschaft darstellt. Doch die Realität ist eine andere. Die enorme Grösse der drei defensiven Schwergewichte – Nestlé, Roche und Novartis – führt zu einem massiven Konzentrationsrisiko, einem „Klumpenrisiko“, das die Stabilität Ihres Portfolios gefährden kann. Die Performance Ihres Depots hängt dann übermässig stark vom Schicksal dieser drei Giganten und ihrer Branchen (Pharma und Nahrungsmittel) ab.

Doch was, wenn der wahre Patriotismus für Anleger nicht im blinden Kauf des SMI liegt, sondern darin, seine Struktur zu verstehen und intelligent zu navigieren? Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie die unbestreitbare Qualität der Schweizer Blue Chips nutzen können, ohne in die Falle des Klumpenrisikos zu tappen. Wir analysieren das „50%-Problem“ des SMI und stellen Ihnen konkrete Strategien vor – von der breiteren Marktabdeckung durch den SPI bis hin zum gezielten Einsatz von mittelgrossen Unternehmen als Rendite-Booster. So bauen Sie ein Portfolio auf, das wirklich auf dem Fundament der Schweizer Wirtschaft steht: stark, widerstandsfähig und klug diversifiziert.

Der folgende Leitfaden bietet Ihnen einen detaillierten Überblick über die entscheidenden Aspekte beim Aufbau eines robusten Schweizer Aktienportfolios. Entdecken Sie die verschiedenen Strategien und Werkzeuge, die Ihnen zur Verfügung stehen, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

Warum gelten Nestlé, Roche und Novartis als defensive Anker in jedem Schweizer Depot?

Nestlé, Roche und Novartis sind mehr als nur grosse Unternehmen; sie sind die defensiven Stabilitätsanker der Schweizer Börse. Ihre Produkte – von Babynahrung und Kaffee bis hin zu lebensrettenden Medikamenten – werden unabhängig von der Wirtschaftslage nachgefragt. Diese geringe Konjunkturabhängigkeit verleiht ihren Aktien eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit in turbulenten Zeiten. Wenn die wirtschaftliche Unsicherheit zunimmt, flüchten Anleger oft in diese als „sichere Häfen“ wahrgenommenen Titel, was ihre Kurse stabilisiert oder sogar antreibt.

Diese defensive Stärke ist historisch belegt. In Krisenjahren haben diese drei Schwergewichte oft besser abgeschnitten als der breite Markt. Eine Analyse der Performance 2024 zeigt, dass die zunehmende Unsicherheit an den Märkten defensiven Titeln wie Nestlé, Roche und Novartis zugutekam. Ihre Geschäftsmodelle sind global ausgerichtet, und ihre soliden Bilanzen ermöglichen es ihnen, auch in schwierigen Phasen kontinuierlich Dividenden auszuschütten. Für konservative Anleger, die auf Stabilität und regelmässige Erträge setzen, sind sie daher oft die erste Wahl.

Allerdings hat diese Stärke einen Preis: die Konzentration. Das schiere Gewicht dieser drei Giganten ist erdrückend. Eine NZZ-Analyse bestätigt, dass die drei Schwergewichte zusammen fast 45% des gesamten SMI ausmachen. Ein Anleger, der blind in den SMI investiert, übergewichtet somit massiv die Branchen Pharma und Nahrungsmittel. Diese Abhängigkeit macht das Portfolio anfällig für branchenspezifische Risiken wie regulatorische Änderungen im Gesundheitswesen oder veränderte Konsumtrends. Der defensive Charakter dieser Aktien ist also unbestritten, doch ihre Dominanz stellt für ein wirklich diversifiziertes Portfolio eine erhebliche Herausforderung dar.

Wie kaufen Sie SMI-Aktien direkt und tragen sich ins Aktienregister ein, um Sachdividenden zu erhalten?

Der direkte Kauf von Einzelaktien anstelle eines ETFs bietet einen einzigartigen Vorteil, der besonders in der Schweiz geschätzt wird: die Eintragung ins Aktienregister. Als eingetragener Aktionär werden Sie rechtlich zum Miteigentümer des Unternehmens. Dies gewährt Ihnen nicht nur ein Stimmrecht an der Generalversammlung, sondern auch Zugang zu begehrten Sachdividenden, die von einigen traditionsreichen Firmen als Dankeschön an ihre treuen Aktionäre verteilt werden.

Symbolische Darstellung des Aktienregister-Eintragungsprozesses mit traditionellen Schweizer Elementen

Der Prozess ist einfacher, als er klingt. Die meisten Schweizer Broker wie Swissquote ermöglichen die Eintragung mit nur einem Klick während des Kaufprozesses. Sobald Sie eingetragen sind, erhalten Sie eine persönliche Einladung zur Generalversammlung und qualifizieren sich für die berühmten „Aktionärsgeschenke“. Das bekannteste Beispiel ist der Schokoladenkoffer von Lindt & Sprüngli, aber auch andere Unternehmen wie Swatch (eine Uhr) oder Calida (ein Pyjama) pflegen diese Tradition. Für viele Anleger ist dies nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein emotionaler Mehrwert, der die Bindung zum Unternehmen stärkt.

Diese direkte Beteiligung verkörpert die Essenz des „Made in Switzerland“-Investments. Sie sind nicht nur passiver Kapitalgeber, sondern ein anerkannter Teilhaber, der die Präzision und Qualität der Schweizer Wirtschaft aus erster Hand erlebt. Es ist eine lohnende Strategie für Anleger, die über die reine Rendite hinaus eine tiefere Verbindung zu ihren Investitionen suchen.

Ihr Plan zur Eintragung ins Aktienregister

  1. Eröffnen Sie ein Depot bei einem Schweizer Broker, der die Eintragung unterstützt (z.B. Swissquote).
  2. Wählen Sie beim Kauf der gewünschten Aktie die Option „Eintragung ins Aktienregister“ aus.
  3. Warten Sie nach dem Kauf auf die Bestätigung der Eintragung durch das Unternehmen.
  4. Prüfen Sie die spezifischen Bedingungen für den Erhalt von Sachdividenden, da oft eine Mindestanzahl von Aktien erforderlich ist.
  5. Freuen Sie sich über die Einladung zur Generalversammlung und eventuelle Aktionärsgeschenke.

SPI oder SMI: Welcher Index bildet die Schweizer Wirtschaft wirklich besser ab?

Für Anleger, die in den gesamten Schweizer Aktienmarkt investieren möchten, stellt sich oft die Frage: Soll ich auf den bekannten Swiss Market Index (SMI) oder den umfassenderen Swiss Performance Index (SPI) setzen? Die Antwort darauf ist entscheidend, denn die beiden Indizes repräsentieren die Schweizer Wirtschaft auf fundamental unterschiedliche Weise. Der SMI ist ein Konzentrat, während der SPI das Gesamtbild darstellt.

Der SMI umfasst lediglich die 20 grössten und liquidesten Aktien und fungiert als Leitindex. Er ist quasi das Schaufenster der Schweizer Börse. Der SPI hingegen ist der Gesamtmarktindex. Er enthält über 200 Unternehmen aller Grössen und Branchen, die an der SIX Swiss Exchange kotiert sind. Damit deckt der SPI nahezu 99% der Kapitalisierung des Schweizer Aktienmarktes ab, während der SMI auf etwa 85% kommt. Wer also wirklich in die Breite der Schweizer Wirtschaft – inklusive der innovativen kleinen und mittleren Unternehmen – investieren will, findet im SPI die weitaus bessere Abbildung.

Ein weiterer entscheidender Unterschied liegt in der Berechnung: Der SMI ist in seiner Standardform ein Preisindex, der Dividenden nicht berücksichtigt. Der SPI ist hingegen ein Performance-Index, bei dem die ausgeschütteten Dividenden reinvestiert werden. Dies führt langfristig zu einer deutlich besseren Wertentwicklung. So zeigt sich, dass zwischen Dezember 2017 und Dezember 2022 der SPI eine Rendite von rund 28 Prozent erzielte, während der SMIM im selben Zeitraum auf nur 7 Prozent kam. Für einen langfristig orientierten Anleger ist der SPI daher oft die überlegene Wahl.

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Charakteristika der beiden Indizes zusammen und hilft bei der Entscheidung, welcher Ansatz besser zu Ihrer Anlagestrategie passt.

Vergleich der Charakteristika von SMI und SPI
Kriterium SMI SPI
Anzahl Titel 20 Blue Chips 200+ Unternehmen
Marktabdeckung ca. 85% der Börsenkapitalisierung ca. 99% der Börsenkapitalisierung
Indextyp Preisindex (Standard) Performance-Index (Total Return)
Eignung für Fokus auf die grössten Konzerne Breite Abbildung des Gesamtmarktes

Das 50%-Problem: Warum der SMI eigentlich kein gut diversifizierter Index ist

Die grösste Illusion beim Investment in den SMI ist die Annahme einer soliden Diversifikation. Mit 20 Unternehmen aus verschiedenen Sektoren erscheint der Index auf den ersten Blick breit aufgestellt. Doch ein genauerer Blick auf die Gewichtung offenbart ein massives Klumpenrisiko. Die drei Giganten Nestlé, Roche und Novartis dominieren den Index derart stark, dass sie zusammen fast die Hälfte seiner gesamten Kapitalisierung ausmachen. Diese extreme Konzentration untergräbt den Grundgedanken der Risikostreuung fundamental.

Dieses „50%-Problem“ bedeutet, dass die Wertentwicklung eines SMI-Portfolios überproportional vom Wohl und Wehe dreier Unternehmen aus nur zwei Sektoren (Pharma und Nahrungsmittel) abhängt. Eine negative Nachricht, eine gescheiterte Medikamentenstudie oder ein politischer Gegenwind in diesen Branchen kann den gesamten Index nach unten ziehen, selbst wenn die anderen 17 Unternehmen gut performen. Das ist das Gegenteil von dem, was konservative Anleger suchen: Stabilität durch Streuung. Ein solches Portfolio ist nicht wirklich diversifiziert, sondern eine Wette auf die fortwährende Dominanz der grossen Drei.

Glücklicherweise gibt es intelligente Alternativen, um dieses Risiko zu umgehen, ohne auf Schweizer Qualitätsaktien verzichten zu müssen. Eine populäre Lösung ist der Swiss Leader Index (SLI). Dieser Index umfasst die 30 grössten Schweizer Aktien, wendet aber eine entscheidende Regel an: Das Gewicht der vier grössten Titel wird bei jeder Neugewichtung auf maximal 9% begrenzt. Wie Moneyland hervorhebt, macht diese Kappungsregel den SLI zu einer attraktiven, weil besser diversifizierten Alternative zum kopflastigen SMI. Anleger können so weiterhin in die wichtigsten Blue Chips investieren, reduzieren aber das gefährliche Klumpenrisiko erheblich.

Weitere Strategien zur Minderung des Konzentrationsrisikos umfassen:

  • SMI Equal Weight-Strategie: Hierbei wird in alle 20 SMI-Titel der gleiche Geldbetrag investiert, was die Dominanz der Schwergewichte neutralisiert.
  • Core-Satellite-Ansatz: Ein Kerninvestment von 70% in einen SMI-ETF wird durch 30% in einen SMIM-ETF (mittelgrosse Unternehmen) ergänzt, um die Diversifikation zu verbessern.
  • Kombination verschiedener Indizes: Durch die Mischung von ETFs auf den SMI, SMIM und SPI kann eine individuell ausbalancierte Abbildung des Schweizer Marktes erreicht werden.

SMIM als Rendite-Booster: Wie Sie mit mittelgrossen Firmen den SMI outperformen

Während die SMI-Giganten für Stabilität stehen, schlummern die wahren Wachstumschancen oft eine Etage tiefer: bei den mittelgrossen Unternehmen. Der Swiss Market Index Mid (SMIM) umfasst die 30 grössten Unternehmen, die nicht im SMI enthalten sind. Diese „Mid Caps“ sind oft agiler, innovativer und wachstumsstärker als die etablierten Blue Chips. Für Anleger, die bereit sind, ihr defensives Kernportfolio gezielt zu ergänzen, kann ein Investment in den SMIM als echter Rendite-Booster fungieren.

Dynamisches Wachstum mittelgrosser Schweizer Unternehmen symbolisch dargestellt

Die historische Performance spricht eine deutliche Sprache. Eine Analyse von The Market zeigt, dass der SMIM seit 2016 eine rund doppelt so hohe Rendite erzielt hat wie der SMI. Dies liegt daran, dass viele SMIM-Unternehmen in Nischenmärkten führend sind oder von starken Wachstumstrends profitieren. Zu den prominenten Mitgliedern gehören beispielsweise Sandoz, der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli oder der Inspektions- und Zertifizierungskonzern SGS. Diese Firmen sind gross genug für eine solide Marktposition, aber noch klein genug für überdurchschnittliches Wachstumspotenzial.

Die Kombination aus einem stabilen Kerninvestment in SMI- oder SLI-Werte (der „Core“) und einer Beimischung von SMIM-Aktien (der „Satellite“) ist eine klassische und bewährte Anlagestrategie. Sie ermöglicht es, von der Stabilität der Grosskonzerne zu profitieren und gleichzeitig das Renditepotenzial der dynamischeren zweiten Reihe der Schweizer Wirtschaft zu nutzen. Anstatt sich nur auf die bekannten 20 Titel zu beschränken, erweitern Sie so Ihr Anlageuniversum und verbessern gleichzeitig die Diversifikation Ihres Portfolios.

Der starke Franken: Fluch oder Segen für exportorientierte Schweizer Firmen?

Der starke Schweizer Franken ist ein zweischneidiges Schwert für die im SMI kotierten Unternehmen. Als Anleger ist es entscheidend zu verstehen, welche Firmen von einer Frankenstärke profitieren und welche darunter leiden. Pauschale Aussagen sind hier fehl am Platz; die Auswirkungen hängen stark vom jeweiligen Geschäftsmodell ab. Für exportorientierte Unternehmen ist ein starker Franken typischerweise ein Wettbewerbsnachteil. Ihre Produkte werden im Ausland teurer, was die Nachfrage dämpfen und die Margen unter Druck setzen kann. Davon sind vor allem Industrieunternehmen wie Geberit oder ABB betroffen.

Auf der anderen Seite gibt es auch klare Gewinner. Unternehmen, die einen Grossteil ihrer Rohstoffe oder Komponenten in Euro oder Dollar einkaufen, aber ihre Produkte in der Schweiz verkaufen, profitieren von günstigeren Einkaufspreisen. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Swatch Group. Gleichzeitig gibt es globale Giganten, die durch ihre Produktions- und Vertriebsstruktur eine Art natürliche Absicherung gegen Währungsschwankungen besitzen.

Diese Nuance wird von Experten bestätigt. Patrick Daum von dpn-online bringt es auf den Punkt:

Die Franken-Stärke trifft besonders die stärker auf den Export ausgerichteten kleineren und mittleren Industrieunternehmen. Für Konzerne wie ABB oder Nestlé, die einen Grossteil ihrer Produktion ins Ausland verlagert haben und dadurch über eine natürliche Wechselkursabsicherung verfügen, ist die Franken-Stärke operativ verkraftbar.

– Patrick Daum, dpn-online Analyse Schweizer Aktien 2024

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie sich der starke Franken auf verschiedene Unternehmen auswirken kann.

Gewinner und Verlierer des starken Frankens
Kategorie Unternehmen Auswirkung
Gewinner Swatch (importiert Komponenten) Günstigere Einkaufspreise
Verlierer Geberit, ABB (starker Exportfokus) Höhere Preise im Ausland, Wettbewerbsnachteil
Weitgehend Neutral Nestlé (globale Produktion & Verkauf) Natürliche Währungsabsicherung

Nestlé oder Zurich Insurance: Sollten Sie auf Dividendenwachstum oder hohe Startrendite setzen?

Für einkommensorientierte Anleger ist die Dividende oft das wichtigste Kriterium. Doch auch hier gibt es eine strategische Entscheidung zu treffen: Setzen Sie auf eine hohe anfängliche Dividendenrendite oder auf ein stetiges Dividendenwachstum über die Zeit? Die Antwort hängt von Ihrem persönlichen Anlagehorizont und Ihren finanziellen Zielen ab. Beide Strategien haben ihre Berechtigung und werden von verschiedenen SMI-Unternehmen repräsentiert.

Unternehmen wie Nestlé oder Roche sind Paradebeispiele für die Strategie des Dividendenwachstums. Ihre anfängliche Rendite mag mit 2-3% moderat erscheinen. Jedoch haben sie eine beeindruckende Historie kontinuierlicher Dividendenerhöhungen. Für jüngere Anleger mit einem langen Zeithorizont ist dies ideal: Die jährlichen Ausschüttungen wachsen über die Jahre an und führen zu einem starken Zinseszinseffekt. Die persönliche Rendite auf das ursprünglich investierte Kapital steigt so über die Zeit signifikant an.

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen wie Zurich Insurance oder Swiss Re. Diese bieten oft eine deutlich höhere Startrendite von 5% oder mehr. Für Anleger, die bereits im Ruhestand sind oder ein regelmässiges, hohes Einkommen aus ihrem Kapital benötigen, ist dieser sofortige Cashflow äusserst attraktiv. Die drei defensiven Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis positionieren sich hierbei als eine Art Hybrid: Sie bieten nicht nur Wachstum, sondern auch eine solide Dividende von durchschnittlich über 3%, was sie gemäss Migros Bank Blog zu einer Art Obligationenersatz in Zeiten niedriger Zinsen macht. Bei der Auswahl sollten Sie folgende Kriterien beachten:

  • Ihr Anlegerprofil: Suchen Sie langfristiges Wachstum (wie bei Nestlé) oder sofortiges Einkommen (wie bei Zurich)?
  • Ausschüttungsquote (Payout Ratio): Prüfen Sie, wie viel vom Gewinn als Dividende ausgeschüttet wird. Eine Quote unter 70% gilt oft als nachhaltiger.
  • Branchenzyklizität: Dividenden von zyklischen Unternehmen (z.B. Industrie) sind tendenziell unsicherer als die von defensiven Konsumgüter- oder Pharmafirmen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein reines SMI-Investment ist aufgrund der Dominanz von Nestlé, Roche und Novartis nicht ausreichend diversifiziert („Klumpenrisiko“).
  • Echte Diversifikation im Schweizer Markt erreichen Sie durch breitere Indizes (SPI) oder gewichtungsbegrenzte Alternativen (SLI).
  • Die Beimischung von mittelgrossen Unternehmen (SMIM) kann als „Rendite-Booster“ für ein ansonsten defensives Portfolio dienen.

Wie wählen Sie den günstigsten Online-Broker für Schweizer Aktien und internationale ETFs?

Die beste Anlagestrategie nützt wenig, wenn hohe Gebühren die Rendite schmälern. Die Wahl des richtigen Online-Brokers ist daher ein entscheidender, oft unterschätzter Schritt. Die Kosten für den Handel mit Schweizer Aktien und internationalen ETFs können sich je nach Anbieter erheblich unterscheiden. Für Schweizer Anleger gibt es eine Reihe von Optionen, von etablierten heimischen Banken bis hin zu agilen ausländischen Anbietern.

Zu den bekanntesten Schweizer Brokern gehören Swissquote und die Handelsplattform von PostFinance, die ebenfalls auf der Technologie von Swissquote basiert. Sie bieten den Vorteil der direkten Eintragung ins Aktienregister und einen umfassenden Service, sind aber bei den Transaktionsgebühren oft nicht die günstigsten. Auf der anderen Seite stehen internationale Broker wie DEGIRO oder Interactive Brokers, die mit extrem niedrigen Gebühren locken. DEGIRO ist besonders für den Kauf von Kern-ETFs attraktiv, während Interactive Brokers sich an sehr aktive Investoren richtet. Der Nachteil: Als ausländische Broker bieten sie oft keine Unterstützung bei der Schweizer Steuererklärung und die Eintragung ins Aktienregister ist komplizierter oder nicht möglich.

Die Entscheidung hängt von Ihrem Anlegerprofil ab: Wie oft handeln Sie? Legen Sie Wert auf Service und einfache Steuerabwicklung oder auf minimalste Kosten? Die folgende Vergleichstabelle von Simplemoney.ch gibt einen guten Überblick über die Kostenstruktur verschiedener populärer Broker für Schweizer Anleger.

Broker-Vergleich für Schweizer Anleger 2024
Broker Gebühren für CHF 10’000 Kauf ETF-Kosten Besonderheiten
Swissquote Ab CHF 9.- (variabel) Attraktiv für „Leader“ ETFs Schweizer Broker, Eintragung ins Aktienregister einfach
PostFinance Mittelfeld Fair/Okay Nutzt Swissquote-Plattform, starkes Filialnetz
DEGIRO Sehr attraktiv Viele Kern-ETFs für CHF 1.- Transaktionsgebühr Ausländischer Broker, Steuererklärung selbst zu erledigen
Interactive Brokers Pauschal tief Über 150 provisionsfreie ETFs Für sehr aktive und professionelle Investoren

Die Wahl des Brokers hat direkte Auswirkungen auf Ihre Nettorendite. Nehmen Sie sich die Zeit, um den für Sie günstigsten und passendsten Anbieter zu finden.

Nachdem Sie nun die Struktur des Schweizer Marktes, die verschiedenen Strategien zur Risikosteuerung und die Werkzeuge zur Umsetzung kennen, besteht der nächste logische Schritt darin, diese Erkenntnisse in die Tat umzusetzen. Beginnen Sie damit, Ihr bestehendes Portfolio kritisch zu analysieren oder eine klare Strategie für Ihr erstes Investment zu definieren.

Geschrieben von Thomas Keller, CFA-Chartholder und Senior Portfolio Manager mit 12 Jahren Erfahrung im Asset Management bei Schweizer Grossbanken. Spezialisiert auf Aktienstrategien, ETFs und Core-Satellite-Portfolios.