Veröffentlicht am Mai 16, 2024

Die Säule 3a ist mehr als nur Sparen – sie ist Ihre persönliche Steueroptimierungs-Maschine, die bei richtiger Bedienung über die Jahre zehntausende Franken mehr Vermögen generieren kann.

  • Timing ist alles: Eine Einzahlung im Januar statt im Dezember bringt über die Jahre Hunderte Franken mehr durch den Zinseszinseffekt.
  • Struktur schlägt Betrag: Fünf kleine 3a-Konten sind aufgrund der Progressionsbrechung beim Bezug steuerlich weitaus cleverer als ein grosses.

Empfehlung: Wechseln Sie von teuren Hausbank-Produkten zu einer günstigen Fintech-Lösung, um Ihre Gebühren um über 60 % zu senken und Ihre Rendite massiv zu steigern.

Jedes Jahr befassen sich Tausende von Erwerbstätigen in der Schweiz mit der gleichen Frage: Wie kann ich meine Steuerlast senken und gleichzeitig für das Alter vorsorgen? Die Antwort scheint auf den ersten Blick simpel: in die Säule 3a einzahlen. Die meisten kennen den Ratschlag, den Maximalbetrag zu überweisen und vielleicht noch, mehrere Konten zu eröffnen. Doch damit kratzen sie nur an der Oberfläche dessen, was wirklich möglich ist.

Die weitverbreitete Ansicht, die Säule 3a sei ein passives Sparvehikel, ist der grösste finanzielle Irrtum, den Sie begehen können. Dieses Instrument ist in Wahrheit eine hochpotente Maschine zur aktiven Steuersenkung und Vermögensbildung. Doch wie bei jeder leistungsstarken Maschine kommt es darauf an, die richtigen Hebel zu kennen und sie im richtigen Moment zu betätigen. Wer die Mechanismen dahinter nicht versteht, lässt jedes Jahr bares Geld auf der Strasse liegen – Geld, das über die Jahrzehnte zu einem stattlichen Vermögen anwachsen könnte.

Aber was, wenn der wahre Schlüssel zur Maximierung Ihrer 3a-Vorsorge nicht nur darin liegt, *was* Sie tun, sondern *wie* und *wann* Sie es tun? Wenn es nicht nur um den Betrag geht, sondern um die Architektur Ihres Vorsorgekapitals? Dieser Guide bricht mit den alten Denkmustern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie aus Ihrer gebundenen Vorsorge ein aktives, für Sie arbeitendes System machen. Wir tauchen tief in die Strategien ein, die den Unterschied zwischen einer guten und einer herausragenden Vorsorge ausmachen.

Wir werden die entscheidenden Steuer-Hebel analysieren, von der Wahl des richtigen Anbieters über die optimale Anlagestrategie bis hin zur intelligenten Nutzung Ihrer Gelder für den Traum vom Eigenheim. Machen Sie sich bereit, Ihre Säule 3a nicht mehr nur als Pflicht, sondern als Ihre grösste finanzielle Chance zu begreifen.

Dieser Artikel führt Sie schrittweise durch die entscheidenden Stellschrauben Ihrer Vorsorge. Entdecken Sie die Strategien, mit denen Sie Ihr 3a-Potenzial voll ausschöpfen und Ihre finanzielle Zukunft aktiv gestalten können.

Der Maximalbetrag 2024: Warum Sie die 7’056 Franken unbedingt schon im Januar einzahlen sollten

Der erste und bekannteste Hebel zur Steueroptimierung mit der Säule 3a ist die Einzahlung des Maximalbetrags. Für das Jahr 2024 liegt dieser für Angestellte mit Pensionskasse bei CHF 7’056. Diese Summe können Sie vollumfänglich von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen. Je nach Grenzsteuersatz sparen Sie damit sofort zwischen 1’500 und 3’000 Franken an Steuern – ein garantierter „Return on Investment“, den Ihnen keine andere Anlageform bieten kann. Doch der wahre Optimierer geht einen Schritt weiter und fokussiert sich auf das Timing.

Die meisten Menschen überweisen ihren Beitrag irgendwann im vierten Quartal, oft erst kurz vor der Frist am 31. Dezember. Das ist ein Fehler. Wer den vollen Betrag bereits im Januar einzahlt, aktiviert einen mächtigen Verbündeten: den Zinseszinseffekt. Ihr Geld arbeitet fast ein ganzes Jahr länger für Sie. Auf einem einfachen 3a-Konto mag der Unterschied gering erscheinen, doch bei einer Wertschriftenlösung kann dieser Timing-Vorteil über 30 Jahre hinweg mehrere Tausend Franken zusätzliches Vermögen bedeuten. Sie schenken sich selbst quasi ein Jahr Rendite.

Die frühe Einzahlung diszipliniert zudem Ihr Sparverhalten. Was am Anfang des Jahres erledigt ist, kann nicht mehr vergessen oder für andere Ausgaben verwendet werden. Richten Sie am besten einen Dauerauftrag ein, der den Betrag jeweils am 2. oder 3. Januar überweist. So stellen Sie sicher, dass dieser entscheidende Steuer-Hebel jedes Jahr optimal genutzt wird und Ihre persönliche Rendite-Maschine von Anfang an auf Hochtouren läuft.

Ihr Plan für die optimale Januar-Einzahlung

  1. Dauerauftrag einrichten: Legen Sie bereits im Dezember einen Dauerauftrag für den ersten Werktag im Januar an.
  2. Maximalbetrag überweisen: Überweisen Sie den exakten Maximalbetrag, um den vollen Steuervorteil zu nutzen.
  3. Beleg aufbewahren: Sichern Sie die Einzahlungsbestätigung digital für Ihre nächste Steuererklärung.
  4. Strategisch aufteilen: Wenn Sie mehrere 3a-Konten haben, teilen Sie den Betrag gemäss Ihrer Strategie auf (z.B. den vollen Betrag auf ein Konto pro Jahr).

Konto oder Wertschriftenlösung: Wann lohnt sich das Risiko von Aktien in der Säule 3a?

Die Entscheidung zwischen einem verzinsten 3a-Konto und einer 3a-Wertschriftenlösung ist einer der wirkungsvollsten Hebel für Ihren langfristigen Vermögensaufbau. Ein reines Sparkonto bietet Sicherheit und eine (meist) magere, aber garantierte Verzinsung. Für Personen kurz vor der Pensionierung oder mit extrem hoher Risikoaversion mag dies die richtige Wahl sein. Doch für alle anderen, insbesondere mit einem Anlagehorizont von 10 Jahren oder mehr, ist es fast schon eine finanzielle Pflicht, in Wertschriften zu investieren.

Warum? Die Antwort liegt in der potenziellen Rendite. Während ein 3a-Konto historisch gesehen kaum die Inflation ausgleichen konnte, ermöglichen Wertschriftenlösungen mit einem hohen Aktienanteil eine Partizipation am Wachstum der globalen Wirtschaft. Das langfristige Potenzial ist enorm. Zwar unterliegen Aktien kurz- bis mittelfristigen Schwankungen – das ist das Risiko –, doch über einen langen Zeithorizont haben sie historisch immer eine deutlich höhere Rendite als Zinskonten erzielt.

Um dieses Konzept zu verdeutlichen, betrachten Sie die Säule 3a als Ihre persönliche Rendite-Maschine. Das Sparkonto ist der Motor im Leerlauf. Die Wertschriftenlösung ist der gleiche Motor bei voller Drehzahl.

Visueller Vergleich zwischen der Stabilität eines 3a-Sparkontos und dem Wachstumspotenzial einer 3a-Wertschriftenlösung.

Der langfristige Effekt ist beeindruckend. Eine Langzeitanalyse des VermögensZentrums zeigt, dass eine Strategie mit nur 40% Aktienanteil über 30 Jahre eine um rund 90’000 Franken höhere Rendite erzielen kann als eine reine Kontolösung. Bei höheren Aktienquoten, wie sie heute bei vielen digitalen Anbietern möglich sind (bis 99%), ist das Potenzial noch grösser. Das eingegangene Risiko wird über die Zeit mehr als belohnt. Wer jung ist und auf die Sicherheit des Sparkontos setzt, verzichtet auf die grösste Chance, die die Säule 3a bietet: den Aufbau eines substanziellen Vermögens.

Warum sollten Sie 5 verschiedene 3a-Konten eröffnen statt nur eines?

Einer der cleversten, aber oft übersehenen Steuer-Hebel ist die Eröffnung von mehreren 3a-Konten. Viele Sparer zahlen jahrzehntelang auf ein einziges Konto ein und sammeln dort ein grosses Vermögen an. Das Problem offenbart sich erst bei der Pensionierung: Bei der Auszahlung wird das Kapital als Einkommen besteuert, und zwar zu einem progressiven Satz. Das heisst, je höher der Betrag, den Sie auf einmal beziehen, desto überproportional höher ist die Steuerbelastung.

Hier kommt die geniale Strategie der Kapital-Architektur ins Spiel. Indem Sie Ihr 3a-Vermögen auf mehrere Konten (ideal sind bis zu fünf) verteilen, können Sie diese gestaffelt über mehrere Jahre beziehen. Anstatt einmal 200’000 Franken zu beziehen und in eine hohe Steuerprogression zu fallen, beziehen Sie beispielsweise vier Jahre lang je 50’000 Franken. Jeder einzelne Bezug wird zu einem viel tieferen Satz besteuert. Die kumulierte Steuerersparnis kann, je nach Kanton und Höhe des Kapitals, schnell mehrere Tausend Franken betragen.

Als Faustregel gilt: Sobald sich auf einem 3a-Konto rund 50’000 Franken angesammelt haben, ist es Zeit, ein neues zu eröffnen und künftige Einzahlungen dorthin zu leiten. Dieser Prozess wiederholt sich, bis Sie eine Batterie von vier bis fünf Konten aufgebaut haben. Diese Struktur gibt Ihnen die maximale Flexibilität, um bei der Pensionierung die Bezüge optimal zu planen und die Steuerprogression zu brechen. Es ist ein relativ kleiner administrativer Aufwand, der sich am Ende massiv auszahlt.

Steuerersparnis bei gestaffeltem Bezug (Beispiel Kanton Basel-Stadt)
Bezugsart Betrag Steuern (ca.) Ersparnis
Einmalbezug CHF 150’000 CHF 9’912
2x CHF 75’000 (gestaffelt) CHF 150’000 CHF 6’912 CHF 3’000
3x CHF 50’000 (gestaffelt) CHF 150’000 CHF 5’412 CHF 4’500

Fintech-Apps vs. Hausbank: Wo zahlen Sie am wenigsten Gebühren für Ihre 3a-Fonds?

Die Wahl des Anbieters ist ein weiterer entscheidender Steuer- und Rendite-Hebel. Traditionell wurde die Säule 3a bei der Hausbank abgeschlossen. Doch in den letzten Jahren hat eine Welle von digitalen Anbietern und Fintech-Apps den Markt revolutioniert. Der grösste Unterschied? Die Kosten. Während traditionelle Banken für ihre 3a-Fonds oft Gesamtkosten (TER) von 1.2% bis 1.4% pro Jahr verlangen, liegen diese bei digitalen Anbietern wie Finpension, VIAC oder Frankly oft bei unter 0.5%.

Dieser Unterschied klingt auf den ersten Blick gering, entpuppt sich aber über die Jahre als massive Renditebremse. Es ist eine versteckte „Gebühren-Falle“. Bei einem Vermögen von 100’000 Franken zahlen Sie bei der Hausbank jährlich 1’200 Franken an Gebühren, bei einem Fintech-Anbieter nur 400. Diese Differenz von 800 Franken wird nicht nur gespart, sondern sie wird auch nicht reinvestiert und kann somit keinen Zinseszinseffekt generieren. Über einen Anlagehorizont von 30 Jahren kann der Kostenunterschied eine Differenz von über CHF 50’000 im Endvermögen ausmachen.

Digitale Anbieter sind nicht nur günstiger, sie bieten oft auch eine höhere Flexibilität bei der Anlagestrategie mit maximalen Aktienquoten von bis zu 99%. Die Eröffnung und Verwaltung erfolgen bequem per Smartphone-App.

Moderne Fintech-Apps für die Säule 3a Verwaltung auf Smartphones in einem minimalistischen Schweizer Arbeitsumfeld.

Die persönliche Beratung bei der Hausbank mag für manche ein Argument sein, doch bei einem standardisierten Produkt wie der Säule 3a ist dieser Vorteil oft marginal. Die Fakten sprechen eine klare Sprache, wie der folgende Gebührenvergleich zeigt. Wer seine Rendite maximieren will, kommt an den schlanken und kosteneffizienten Lösungen der Fintechs kaum vorbei.

Eine aktuelle Analyse der digitalen Anbieter zeigt die deutlichen Kostenunterschiede.

Gebührenvergleich digitaler 3a-Anbieter 2024
Anbieter TER/All-in-Fee Max. Aktienquote Besonderheiten
Finpension 0.39% 99% Günstigster Anbieter
VIAC 0.44% 99% Pionier, breites Angebot
Frankly (ZKB) 0.44% 95% Einfache Bedienung
Typische Hausbank 1.2-1.4% Variabel Persönliche Beratung

Vorbezug oder Verpfändung: Wie nutzen Sie die 3. Säule clever für den Hauskauf?

Die Säule 3a ist nicht nur für die Altersvorsorge da, sie kann auch ein entscheidender Baustein auf dem Weg zum Eigenheim sein. Das Gesetz erlaubt die Nutzung von 3a-Geldern für den Kauf oder die Amortisation von selbstbewohntem Wohneigentum. Dabei gibt es zwei grundlegende Methoden: den Vorbezug und die Verpfändung. Die Wahl der richtigen Methode ist ein strategischer Entscheid mit weitreichenden finanziellen Konsequenzen.

Beim Vorbezug wird das Kapital direkt aus der Säule 3a entnommen und als Eigenkapital eingesetzt. Dies reduziert die benötigte Hypothek und damit die monatlichen Zinskosten. Der Nachteil: Das bezogene Kapital muss als Einkommen versteuert werden (Kapitalauszahlungssteuer), und es steht nicht mehr für die Altersvorsorge zur Verfügung, wodurch eine Vorsorgelücke entsteht. Ausserdem ist ein Vorbezug nur alle fünf Jahre möglich.

Die elegantere Methode für den Vorsorge-Optimierer ist oft die Verpfändung. Dabei wird das 3a-Guthaben nicht angetastet, sondern dient der Bank als zusätzliche Sicherheit. Die Hypothek fällt dadurch höher aus, aber die Bank gewährt oft bessere Konditionen (tiefere Zinsen), da ihr Risiko geringer ist. Der entscheidende Vorteil: Ihr 3a-Kapital bleibt investiert und kann weiter Rendite erwirtschaften. Die Steuer auf dem Kapital fällt erst bei der ordentlichen Pensionierung an, und die Vorsorgelücke wird vermieden. Die Verpfändung kann somit die Tragbarkeit einer Hypothek sicherstellen, ohne das Vorsorgevermögen zu schmälern.

Praxisbeispiel: Vorbezug vs. Verpfändung

Ein Paar möchte eine Immobilie kaufen und benötigt mehr Eigenkapital. Bei einem Vorbezug von CHF 100’000 aus der Säule 3a reduzieren sie ihre Hypothek direkt, zahlen aber sofort eine Kapitalauszahlungssteuer von ca. CHF 5’000-7’000 und verlieren die zukünftige Rendite auf diesen Betrag. Bei einer Verpfändung der CHF 100’000 bleibt das Geld investiert und kann bei einer angenommenen Rendite von 5% pro Jahr weiter wachsen, während es gleichzeitig als Sicherheit für eine höhere Hypothek zu besseren Konditionen dient. Langfristig ist die Verpfändung oft die profitablere Strategie.

Säule 3a bei der Bank oder Versicherung: Welche Lösung bringt Ihnen 15’000 CHF mehr Endkapital?

Eine der fundamentalsten Weichenstellungen bei der Säule 3a ist die Wahl zwischen einer Bank- und einer Versicherungslösung. Während Banken reine Spar- und Anlageprodukte anbieten (3a-Konto oder -Depot), koppeln Versicherungen das Sparen mit einem Risikoschutz (meist eine Todesfall- und/oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung). Was nach Sicherheit klingt, entpuppt sich oft als teure und unflexible „Gebühren-Falle“.

Versicherungspolicen (sogenannte gemischte Lebensversicherungen) haben starre Vertragslaufzeiten und hohe, oft intransparente Kosten. Ein grosser Teil Ihrer Prämien fliesst in den ersten Jahren in Provisionen und Verwaltungskosten, nicht in Ihren Sparanteil. Ein vorzeitiger Ausstieg ist fast immer mit hohen Rückkaufsverlusten verbunden. Die garantierte Rendite ist meist sehr tief, und die Flexibilität, die Einzahlungen anzupassen oder auszusetzen, ist stark eingeschränkt.

Die Banklösung ist fast immer die überlegene Wahl für den reinen Vorsorge-Sparprozess. Sie ist transparent, kostengünstig und maximal flexibel. Sie können Ihre Einzahlungen jährlich anpassen, den Anbieter wechseln und Ihre Anlagestrategie jederzeit ändern. Den notwendigen Risikoschutz (z.B. bei Erwerbsunfähigkeit) können Sie separat und viel günstiger über eine reine Risikoversicherung abschliessen. Diese Trennung von Sparen und Versichern ist der Schlüssel zur Optimierung. Berechnungen zeigen, dass eine flexible Banklösung gegenüber einer teuren Versicherungslösung über 30 Jahre hinweg leicht ein um CHF 15’000 bis CHF 20’000 höheres Endkapital generieren kann.

Banklösung vs. Versicherungslösung im direkten Vergleich
Kriterium Banklösung Versicherungslösung
Flexibilität Hoch (jederzeit anpassbar) Niedrig (vertragliche Bindung)
Kosten Tief und transparent (z.B. 0.4-1.2% TER) Hoch und intransparent (Anfangskosten, Provisionen)
Risikoschutz Nicht integriert (muss separat abgeschlossen werden) Integrierte IV/Todesfallversicherung
Rendite Marktabhängig, potenziell viel höher Tief, oft nur ein garantierter Minimalzins
Kündigung Jederzeit ohne Verlust möglich Hohe Rückkaufsverluste bei vorzeitiger Auflösung

Verpfändung von Säule 3a oder PK: Wie Sie fehlendes Eigenkapital kreativ ersetzen

Die Hürde der 20% Eigenkapital ist für viele Schweizer der grösste Stolperstein auf dem Weg zum Eigenheim. Mindestens 10% davon müssen „hartes“ Eigenkapital sein, dürfen also nicht aus der Pensionskasse (PK) stammen. Doch was, wenn diese Mittel fehlen? Hier eröffnet sich für den cleveren Vorsorge-Optimierer eine kreative Kombinationsstrategie, die Säule 3a und Pensionskasse intelligent verknüpft.

Die Standardlösung vieler ist der Vorbezug aus der Pensionskasse, um die Eigenkapitallücke zu füllen. Dies hat jedoch Nachteile: Es führt zu einer direkten Schmälerung der Altersrente und muss ebenfalls versteuert werden. Eine fortschrittlichere Methode nutzt die Verpfändung als strategisches Instrument. Anstatt Kapital zu entnehmen, wird es als Sicherheit hinterlegt.

Eine besonders elegante Kapital-Architektur kombiniert beide Vorsorgegefässe. Wie das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) bestätigt, ist eine solche Strategie zulässig: Sie können die gesetzlich geforderten 10% „weiches“ Eigenkapital durch einen Vorbezug aus Ihrer Pensionskasse decken. Die restlichen, fehlenden 10% „hartes“ Eigenkapital ersetzen Sie durch eine Verpfändung Ihres gesamten Säule 3a-Guthabens. Das Resultat: Die Eigenkapitalanforderungen der Bank sind erfüllt, ohne dass Sie Ihr wertvolles 3a-Vermögen antasten müssen. Es arbeitet weiter für Sie und generiert Rendite. Sie umgehen damit die Notwendigkeit, liquide Mittel aufzubringen, die Sie vielleicht nicht haben.

Diese kombinierte Strategie ist ein Paradebeispiel dafür, wie man die starren Regeln des Systems zu seinem Vorteil nutzen kann. Sie erfordert eine genaue Absprache mit der Bank und eine saubere Berechnung der Tragbarkeit, ist aber ein äusserst wirkungsvoller Hebel, um den Traum vom Eigenheim auch mit beschränkten liquiden Mitteln zu realisieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Timing ist entscheidend: Zahlen Sie den Maximalbetrag bereits im Januar ein, um den Zinseszinseffekt ein ganzes Jahr länger zu nutzen.
  • Investieren statt sparen: Setzen Sie auf eine Wertschriftenlösung mit hohem Aktienanteil, um langfristig eine deutlich höhere Rendite als auf dem Zinskonto zu erzielen.
  • Strukturieren Sie clever: Eröffnen Sie bis zu fünf 3a-Konten und füllen Sie diese nacheinander, um bei der Auszahlung durch gestaffelte Bezüge Tausende von Franken an Steuern zu sparen.

Wer darf in die Säule 3a einzahlen und welche strengen Regeln gelten für den Bezug?

Um die Säule 3a als Steuer- und Renditemaschine nutzen zu können, müssen die grundlegenden Spielregeln klar sein. Wer ist überhaupt berechtigt, einzuzahlen, und unter welchen Umständen darf man auf das Kapital zugreifen? Die Antwort ist klar geregelt und lässt wenig Spielraum.

Grundsätzlich darf jede in der Schweiz erwerbstätige Person, die ein AHV-pflichtiges Einkommen erzielt, in die Säule 3a einzahlen. Dies schliesst auch Grenzgänger mit ein, die in der Schweiz arbeiten, aber im Ausland leben. Die Höhe der maximalen Einzahlung hängt davon ab, ob man einer Pensionskasse angeschlossen ist. Für Selbstständigerwerbende ohne Pensionskasse gelten grosszügigere Regeln: Sie dürfen bis zu 20% ihres Nettoerwerbseinkommens einzahlen, maximal jedoch den Betrag, den die Verordnung des Bundes für 2025 auf CHF 36’288 festlegt.

Der Name „gebundene Vorsorge“ verrät es bereits: Der Zugriff auf das Kapital ist stark eingeschränkt. Der ordentliche Bezug ist frühestens fünf Jahre vor Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters möglich. Wer über das Rentenalter hinaus nachweislich weiterarbeitet, kann den Bezug bis maximal zum 70. Lebensjahr aufschieben und sogar weiterhin Einzahlungen tätigen. Es gibt jedoch einige klar definierte Ausnahmen für einen Vorbezug:

  • Erwerb von selbstbewohntem Wohneigentum
  • Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit
  • Endgültiges Verlassen der Schweiz (Auswanderung)
  • Bezug einer vollen Invalidenrente der eidgenössischen Invalidenversicherung

Jeder Bezug, ob ordentlich oder vorzeitig, führt zu einer Kapitalauszahlungssteuer. Diese ist vom regulären Einkommen getrennt und progressiv gestaltet, weshalb die Strategie des gestaffelten Bezugs über mehrere Konten so enorm wichtig ist.

Die Kenntnis der Regeln ist die Basis jeder Optimierung. Machen Sie sich mit den strengen Voraussetzungen für Einzahlung und Bezug vertraut, um keine Fehler zu begehen.

Jetzt, da Sie die entscheidenden Steuer-Hebel und Rendite-Mechanismen der Säule 3a kennen, liegt es an Ihnen. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre Vorsorgestrategie zu analysieren und zu optimieren. Jeder Franken, den Sie an Gebühren sparen, und jeder Monat, den Ihr Kapital früher für Sie arbeitet, verwandelt sich über die Zeit in ein signifikantes Vermögen. Machen Sie aus Ihrer Säule 3a das, was sie sein sollte: Ihr schlagkräftigstes Instrument für eine finanziell sorgenfreie Zukunft.

Fragen und Antworten zur Säule 3a

Können Grenzgänger in die Säule 3a einzahlen?

Ja, Grenzgänger mit einem AHV-pflichtigen Einkommen in der Schweiz sind berechtigt, in die Säule 3a einzuzahlen und die Beiträge von ihrem steuerbaren Einkommen in der Schweiz abzuziehen, unabhängig von ihrem Wohnsitz im Ausland.

Was passiert bei einem endgültigen Wegzug aus der Schweiz?

Bei einer Auswanderung muss das gesamte angesparte Säule 3a-Guthaben zwingend bezogen werden. Auf diesen Betrag wird eine Quellensteuer erhoben. Diese kann je nach Doppelbesteuerungsabkommen mit dem neuen Wohnsitzland unter Umständen teilweise oder ganz zurückgefordert werden.

Kann ich nach der Pensionierung weiter in die Säule 3a einzahlen?

Ja, das ist möglich. Wenn Sie auch nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters nachweislich weiterhin erwerbstätig sind, können Sie bis zu fünf Jahre länger, also maximal bis zum Alter von 70 Jahren, weiterhin Beiträge in die Säule 3a einzahlen und diese steuerlich geltend machen.

Geschrieben von Beat Gerber, Eidg. dipl. Steuerexperte und Vorsorgespezialist mit über 18 Jahren Erfahrung in der Beratung von Privatkunden und KMU. Sein Fokus liegt auf der steuerlichen Optimierung der Altersvorsorge und komplexen Erbschaftsfragen in der Schweiz.