
Ihr Portfolioerfolg in der nächsten Dekade hängt nicht davon ab, auf einzelne Megatrends zu setzen, sondern die strukturellen Gewinner an den Schnittstellen dieser Kräfte zu identifizieren.
- Die Alterung der Gesellschaft schafft nicht nur im Gesundheitswesen, sondern auch in Nischen wie Seniorenimmobilien und Vermögensverwaltung in der Schweiz profitable Chancen.
- Deglobalisierung favorisiert Schweizer Multinationals mit resilienten Lieferketten und eröffnet Chancen in „China+1“-Märkten, die über traditionelle ETFs zugänglich sind.
Empfehlung: Bauen Sie ein Resilienz-Portfolio auf, das traditionelle Schweizer Sachwerte mit neu-definierten Anlagen wie tokenisierten Immobilien und einer disziplinierten Allokation in digitale Vermögenswerte kombiniert.
Die Weltwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Zwei gewaltige, unaufhaltsame Kräfte formen die Märkte der Zukunft: die demografische Alterung der westlichen Gesellschaften und die zunehmende Deglobalisierung. Für strategische Investoren in der Schweiz, die einen Horizont von 10 bis 20 Jahren haben, stellt sich nicht die Frage, *ob* diese Trends eintreten, sondern wie man sich heute positioniert, um morgen zu den Gewinnern zu gehören. Viele Anleger verfallen dabei in altbekannte Muster: Sie kaufen pauschal Gesundheitsaktien, um von der „Silver Society“ zu profitieren, oder investieren breit in Technologie, um die Digitalisierung abzudecken.
Diese oberflächlichen Ansätze übersehen jedoch die tiefgreifenden Verflechtungen und die daraus entstehenden, oft subtilen Investmentchancen. Die wahre Kunst liegt nicht darin, die Trends zu erkennen, sondern ihre Konvergenzpunkte zu verstehen. Was passiert, wenn künstliche Intelligenz auf den Pflegenotstand trifft? Wie profitieren Schweizer Unternehmen, wenn globale Lieferketten neu geordnet werden müssen? Und welche Rolle spielen traditionelle sichere Häfen wie Schweizer Immobilien und Gold, wenn das Konzept von „Besitz“ durch die Blockchain-Technologie neu definiert wird?
Doch was, wenn der Schlüssel zum Erfolg nicht in der isolierten Betrachtung dieser Megatrends liegt, sondern in einer Strategie der Schnittstellen-Investition? Dieser Artikel bricht mit der traditionellen Sektoranalyse und bietet einen visionären, aber datengestützten Rahmen. Wir werden die strukturellen Gewinner identifizieren, die genau an den Schnittpunkten von Demografie, Technologie, Nachhaltigkeit und geopolitischen Verschiebungen entstehen. Es ist eine Landkarte für ein wahrhaft zukunftssicheres Portfolio, das speziell auf die Stärken und Realitäten des Schweizer Marktes zugeschnitten ist.
Dieser Leitfaden führt Sie durch die entscheidenden Sektoren und Anlageklassen, die von diesen tektonischen Verschiebungen profitieren werden. Wir analysieren konkrete Chancen in der Schweiz und global und zeigen Ihnen, wie Sie ein robustes, resilientes Portfolio für die nächste Ära des Investierens zusammenstellen. Entdecken Sie die Strategien, um Ihr Vermögen nicht nur zu schützen, sondern es aktiv an den grössten Umwälzungen unserer Zeit wachsen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis: Wie Sie Ihr Portfolio für die alternde Gesellschaft und die Deglobalisierung positionieren
- Silver Society: Welche Branchen profitieren massiv von der Überalterung der westlichen Welt?
- KI und Automatisierung: Welche Jobs (und Aktien) werden in 10 Jahren verschwunden sein?
- ESG und Rendite: Müssen Sie für ein grünes Gewissen auf Performance verzichten?
- Aufstieg der Emerging Markets: Sollten Sie Indien und China stärker gewichten als die USA?
- Staatsschuldenkrise: Wie schützen Sie sich vor einer möglichen Währungsreform?
- Wohnen oder Büro: Welcher Immobiliensektor ist in der Schweiz krisenresistenter?
- Immobilien auf der Blockchain: Wie Tokenisierung illiquide Märkte liquide macht
- Wie bestimmen Sie den perfekten Mix aus Gold, Aktien und Immobilien für Ihre Lebenssituation?
Silver Society: Welche Branchen profitieren massiv von der Überalterung der westlichen Welt?
Die Alterung der Gesellschaft ist mehr als nur ein demografischer Fakt; sie ist ein tiefgreifender ökonomischer Treiber. In der Schweiz ist dieser Wandel besonders ausgeprägt: Laut Bundesamt für Statistik lebten Ende 2023 bereits 2086 Hundertjährige in der Schweiz, eine Zahl, die stetig wächst. Für visionäre Anleger bedeutet dies, über den Tellerrand des reinen Gesundheitssektors hinauszuschauen. Die „Silver Economy“ umfasst alle Produkte und Dienstleistungen, die auf die Bedürfnisse einer älteren, oft kaufkräftigen Bevölkerung zugeschnitten sind. Dies schafft ein Universum an strukturellen Gewinnern.
Während Medizintechnik-Giganten wie Sonova (Hörgeräte) und Straumann (Zahnimplantate) offensichtliche Profiteure sind, liegen die subtileren Chancen an den Schnittstellen. Denken Sie an den Bereich der Nischenimmobilien: Unternehmen, die sich auf altersgerechtes Wohnen oder Pflegeeinrichtungen spezialisieren, wie Swiss Prime Site mit ihrer Tochtergesellschaft Tertianum, bedienen eine stetig wachsende Nachfrage mit geringem Konjunkturrisiko. Ein weiterer spannender Bereich ist die Vermögensverwaltung. Eine wachsende Zahl von Rentnern benötigt professionelle Unterstützung bei der Verwaltung ihres Vermögens und der Nachlassplanung, was spezialisierten Schweizer Banken wie Julius Bär oder Pictet zugutekommt.
Das Konzept des „Silver Entrepreneurship“ gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Hierbei handelt es sich um Unternehmen, die von oder für ältere Menschen gegründet werden und Produkte anbieten, die Mobilität, soziale Interaktion und lebenslanges Lernen fördern. Für Investoren ist es entscheidend, diese oft übersehenen Nischen zu identifizieren, die stabile, langfristige Erträge versprechen, wie die Dividenden-Aristokraten im SMI (z.B. Nestlé, Roche, Swisscom), die für Portfolios in der Ruhestandsphase konstante Erträge generieren.
Ihr Aktionsplan für Investitionen in die Silver Economy
- Nischenimmobilien analysieren: Prüfen Sie die Portfolios von auf Seniorenimmobilien spezialisierten Firmen wie Swiss Prime Site (Tertianum) auf ihre langfristige Strategie und Auslastungsraten.
- Silver-Entrepreneurship identifizieren: Suchen Sie nach kleinen und mittleren Unternehmen, die innovative Lösungen für Mobilität, Freizeit und Gesundheit im Alter anbieten und oft noch unter dem Radar fliegen.
- Vermögensverwalter evaluieren: Vergleichen Sie die Dienstleistungen von Schweizer Privatbanken (z.B. Julius Bär, Pictet), die auf die Bedürfnisse von vermögenden Senioren und die Nachfolgeplanung spezialisiert sind.
- Medizintechnik-Alternativen prüfen: Schauen Sie über die offensichtlichen Namen hinaus und bewerten Sie Zulieferer oder Nischenanbieter im Bereich Medizintechnik, wie beispielsweise Straumann oder Sonova.
- Portfolio diversifizieren: Ziehen Sie thematische ETFs in Betracht, die sich auf die „Silver Economy“ konzentrieren, um eine breite Abdeckung des Sektors zu gewährleisten, ohne Einzelaktienrisiken einzugehen.
KI und Automatisierung: Welche Jobs (und Aktien) werden in 10 Jahren verschwunden sein?
Die Revolution durch künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung ist keine ferne Zukunftsmusik mehr, sie ist eine wirtschaftliche Realität. Grosse Industrieunternehmen investieren massiv, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. So investierte allein ABB, ein schweizerisch-schwedischer Technologieführer, im Jahr 2024 laut Jahresbericht 141 Millionen Euro in KI-Lösungen und innovative Produkte. Diese Entwicklung wird unweigerlich zu einer Disruption auf dem Arbeitsmarkt führen. Jobs, die auf repetitiven, datenbasierten Aufgaben beruhen – wie einfache Buchhaltung, Dateneingabe oder Call-Center-Tätigkeiten – werden zunehmend von Algorithmen übernommen.
Für Anleger bedeutet dies eine zweifache Herausforderung: die Verlierer meiden und die Gewinner identifizieren. Die Verlierer sind Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf ersetzbarer menschlicher Arbeit basieren und die den technologischen Wandel verschlafen. Die wahren strukturellen Gewinner sind jedoch nicht nur die offensichtlichen KI-Entwickler. Vielmehr sind es drei Gruppen von Unternehmen:
1. Die „Enabler“: Firmen, die die Infrastruktur für KI bereitstellen. Dazu gehören Halbleiterhersteller, Cloud-Computing-Anbieter und spezialisierte Softwarefirmen. 2. Die „Integratoren“: Unternehmen wie ABB oder VAT Group, die KI und Robotik in traditionelle Industrien wie die Fertigung, Logistik oder das Gesundheitswesen integrieren und damit massive Effizienzsteigerungen erzielen. 3. Die „Komplementäre“: Branchen, die durch KI aufgewertet werden. Denken Sie an personalisierte Medizin, präzise Landwirtschaft oder vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance), wo KI-Analysen völlig neue Dienstleistungen ermöglichen.

Eine interessante Nische entsteht jedoch an der Schnittstelle von Automatisierung und demografischem Wandel. Der zunehmende Mangel an Fachkräften, insbesondere im Pflege- und Handwerksbereich, macht den Einsatz von Robotern und KI nicht nur zu einer Frage der Effizienz, sondern zu einer Notwendigkeit. Unternehmen, die Lösungen für diesen Arbeitskräftemangel anbieten, sind für langfristige Investoren besonders attraktiv. Sie lösen ein drängendes gesellschaftliches Problem und schaffen gleichzeitig einen enormen wirtschaftlichen Wert.
ESG und Rendite: Müssen Sie für ein grünes Gewissen auf Performance verzichten?
Die Debatte, ob nachhaltiges Investieren (ESG) zulasten der Rendite geht, ist eine der hartnäckigsten in der Finanzwelt. Doch ein Blick auf die Realität in der Schweiz zeigt: Nachhaltigkeit ist kein Nischenthema mehr, sondern ein fundamentaler wirtschaftlicher und politischer Faktor. Die überwältigende Zustimmung zum Stromgesetz, bei der laut einer Analyse von Axpo 68,7 % der Schweizer am 9. Juni 2024 dafür stimmten, ist ein klares Signal. Es schafft regulatorische Sicherheit und einen massiven Rückenwind für Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Für strategische Anleger bedeutet das: Das Ignorieren von ESG-Faktoren ist heute das grössere Risiko. Unternehmen mit schlechten ESG-Ratings sind zunehmend von regulatorischen Kosten, Reputationsschäden und einem erschwerten Zugang zu Kapital bedroht. Umgekehrt sind Firmen, die Nachhaltigkeit als Kern ihrer Strategie begreifen, oft innovativer, effizienter und besser für die Zukunft aufgestellt. Sie sind die strukturellen Gewinner einer Welt, die sich unaufhaltsam in Richtung Dekarbonisierung und Ressourcenschonung bewegt.
Die Frage ist also nicht mehr *ob*, sondern *wie* man in ESG investiert, um eine Überrendite zu erzielen. Der Schlüssel liegt darin, über simple Ausschlusskriterien hinauszugehen und gezielt in Unternehmen zu investieren, die Lösungen für die grössten ökologischen Herausforderungen bieten. Dies wird oft als „Impact Investing“ bezeichnet. Hier geht es nicht nur darum, Schaden zu vermeiden, sondern aktiv Gutes zu tun und dabei profitabel zu sein.
Fallstudie: Axpos grüner Wasserstoff als Leuchtturmprojekt
Ein Paradebeispiel für eine solche Schnittstellen-Investition ist das Engagement von Schweizer Energieversorgern in grünen Wasserstoff. Axpo und Rhiienergie haben in Domat/Ems die grösste Produktionsanlage für grünen Wasserstoff der Schweiz eröffnet. Die Anlage, die jährlich bis zu 350 Tonnen grünen Wasserstoff produziert, spart umgerechnet 1,5 Millionen Liter Diesel pro Jahr ein. Dieses Projekt zeigt, wie Investitionen in saubere Technologien nicht nur dem Klima helfen, sondern auch konkrete, messbare wirtschaftliche Vorteile schaffen, indem sie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende vorantreiben.
Aufstieg der Emerging Markets: Sollten Sie Indien und China stärker gewichten als die USA?
Die Gewichte der Weltwirtschaft verschieben sich unaufhaltsam nach Osten. Jahrzehntelang war eine hohe Allokation in US-Aktien der Garant für Portfolio-Wachstum. Doch mit dem Aufstieg von Wirtschaftsriesen wie China und Indien stellt sich für Schweizer Anleger die strategische Frage nach der zukünftigen geografischen Gewichtung. Eine simple Umschichtung in Emerging-Market-ETFs greift jedoch zu kurz, da sie die Risiken – Währungsschwankungen, politische Instabilität und geringere Corporate-Governance-Standards – oft unterschätzt.
Ein weitaus raffinierterer Ansatz für Schweizer Anleger ist die Deglobalisierungs-Arbitrage. Anstatt direkt in oft volatile Märkte zu investieren, kann man auf Schweizer Multinationals setzen, die bereits stark in diesen Regionen engagiert sind. Unternehmen wie Nestlé, Richemont oder Holcim bieten eine indirekte, aber qualitativ hochwertige Exposition gegenüber dem Wachstum in Asien und anderen Schwellenländern. Der Vorteil: Man profitiert vom Wachstum vor Ort, während das Investment im stabilen regulatorischen Umfeld der Schweiz und in der sicheren Währung des Schweizer Frankens verankert bleibt.
Gleichzeitig entwickelt sich die sogenannte „China+1“-Strategie zu einem wichtigen Thema. Angesichts der geopolitischen Spannungen diversifizieren viele globale Konzerne ihre Lieferketten weg von China in andere aufstrebende Länder wie Vietnam, Indonesien oder Mexiko. Für Anleger eröffnet dies neue Chancen. Gezielte Investitionen in ETFs, die diese neuen „Werkbänke der Welt“ abbilden, können ein intelligenter Hedge gegen eine zu hohe Konzentration auf China sein und von der Neuordnung der globalen Wertschöpfungsketten profitieren.
Die Entscheidung zwischen direkten und indirekten Investments hängt stark von der individuellen Risikotoleranz ab. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Aspekte zusammen:
| Investitionsansatz | Vorteile | Risiken | Beispielunternehmen |
|---|---|---|---|
| Schweizer Multinationals | CHF-Stabilität, Corporate Governance | Indirekte Exposition | Nestlé, Richemont, Holcim |
| Direkte EM-Investments | Höheres Wachstumspotenzial | Währungs- und politische Risiken | China ETFs, Indien Fonds |
| China+1 Strategie | Diversifikation, Deglobalisierungs-Hedge | Neue Märkte, weniger Liquidität | Vietnam, Indonesien ETFs |
Staatsschuldenkrise: Wie schützen Sie sich vor einer möglichen Währungsreform?
Die explodierenden Staatsschulden in den USA und Europa sind eine tickende Zeitbombe im globalen Finanzsystem. Selbst wenn eine akute Krise ausbleibt, führt die hohe Verschuldung unweigerlich zu finanzieller Repression – einer Politik aus Inflation und niedrigen Zinsen, die Sparer und Anleger schleichend enteignet. Für Anleger in einem Hartwährungsland wie der Schweiz stellt sich die dringende Frage: Wie kann ein Portfolio so strukturiert werden, dass es auch einem extremen Szenario wie einer Währungsreform standhält? Die Antwort liegt in einer radikalen Neuausrichtung auf neu-definierte Sachwerte.
Traditionell gelten physisches Gold und Immobilien als ultimative Krisenwährung. Diese behalten auch weiterhin ihre Berechtigung. Gold, idealerweise physisch und ausserhalb des Bankensystems gelagert, dient als bewährter Wertspeicher. Doch das moderne Resilienz-Portfolio geht weiter. Es diversifiziert in alternative Sachwerte wie Sammleruhren, Kunst oder sogar produktives Ackerland, die eine geringe Korrelation zu den traditionellen Finanzmärkten aufweisen.
Eine der spannendsten Entwicklungen findet an der Schnittstelle von Technologie und Wertaufbewahrung statt. Digitale Vermögenswerte wie Bitcoin etablieren sich zunehmend als „digitales Gold“. Während sie volatil bleiben, bietet eine kleine, disziplinierte Allokation (z.B. 2-5%) über regulierte Schweizer Anbieter einen dezentralen Wertspeicher, der unabhängig von staatlichen Eingriffen ist. Die Schweiz spielt hier eine Vorreiterrolle.
Die Rolle von Bitcoin und Kryptowährungen aus Schweizer Sicht zeigt sich besonders im Crypto Valley Zug, wo die regulatorische Sicherheit im Crypto Valley Zug eine kleine, disziplinierte Allokation in Bitcoin als dezentraler Wertspeicher ermöglicht.
– Crypto Valley Association, Jahresbericht 2024
Ein solches Portfolio kombiniert also das Beste aus der alten und der neuen Welt: die Stabilität von physischem Gold und Schweizer Staatsanleihen als ultimativen „Safe Haven“, die Inflationsresistenz von Immobilien und alternativen Sachwerten sowie das disruptive Potenzial einer kleinen, kontrollierten Position in digitalen Vermögenswerten. Dies schafft eine Robustheit, die weit über traditionelle Diversifikation hinausgeht.
Wohnen oder Büro: Welcher Immobiliensektor ist in der Schweiz krisenresistenter?
Der Schweizer Immobilienmarkt gilt seit jeher als Fels in der Brandung. Doch die Pandemie und der Siegeszug des Home-Office haben die Spielregeln verändert und zwingen Investoren, die Resilienz der einzelnen Sektoren neu zu bewerten. Während die Zukunft von Büroimmobilien in A-Lagen ungewiss bleibt, hat sich der Wohnimmobilienmarkt als extrem robust erwiesen. Die Nachfrage nach Wohnraum, angetrieben durch Zuwanderung und den Trend zu kleineren Haushalten, bleibt in der Schweiz ungebrochen hoch.
Die eigentlichen stillen Gewinner sind jedoch spezialisierte Nischensektoren, die von den grossen Megatrends profitieren. Dazu gehören Logistikimmobilien, die vom boomenden E-Commerce angetrieben werden, und Rechenzentren, die die Infrastruktur für die Digitalisierung und KI bilden. Auch der Sektor der Life-Science-Immobilien (Labore, Forschungszentren) profitiert direkt vom starken Schweizer Pharma- und Biotech-Cluster. Diese Nischen bieten oft höhere Renditen und sind weniger anfällig für die zyklischen Schwankungen des traditionellen Büro- oder Retailmarktes.
Selbst im gebeutelten Detailhandelssektor zeigt sich ein differenziertes Bild. Entgegen der landläufigen Meinung vom Aussterben des stationären Handels verzeichnete der Detailhandel 2024 ein Plus von 1,6%. Dies deutet darauf hin, dass gut gelegene Einkaufszentren und Fachmärkte, die ein Erlebnis bieten, weiterhin relevant bleiben. Für Immobilieninvestoren bedeutet das, auf Qualität und Lage zu setzen, anstatt den Sektor pauschal abzuschreiben.

Die Krisenresistenz hängt also nicht mehr nur von der Unterscheidung zwischen Wohnen und Büro ab, sondern von der Fähigkeit, sich an die veränderten Bedürfnisse der Gesellschaft und Wirtschaft anzupassen. Wohnimmobilien bleiben das stabile Fundament, doch das Wachstumspotenzial liegt in den Nischen, die an der Schnittstelle von Demografie (Seniorenresidenzen), Technologie (Rechenzentren) und veränderten Konsumgewohnheiten (Logistik) angesiedelt sind. Ein diversifiziertes Immobilienportfolio sollte heute alle diese Facetten berücksichtigen.
Immobilien auf der Blockchain: Wie Tokenisierung illiquide Märkte liquide macht
Immobilien sind die grösste Anlageklasse der Welt, aber auch eine der illiquidesten. Hohe Transaktionskosten, langwierige Prozesse und grosse Mindestinvestitionen schliessen viele Anleger aus. Die Tokenisierung, also die Umwandlung eines realen Vermögenswertes in einen digitalen Token auf einer Blockchain, verspricht, diese jahrhundertealten Barrieren einzureissen. Sie hat das Potenzial, den Immobilienmarkt fundamental zu demokratisieren und zu revolutionieren.
Für Anleger bedeutet dies einen Quantensprung. Anstatt eine ganze Immobilie kaufen zu müssen, können sie Bruchteileigentum in Form von Tokens erwerben. Dies ermöglicht eine viel feinere Diversifikation – statt einer einzigen Wohnung in Zürich kann ein Anleger Anteile an einem Portfolio von Immobilien in Genf, Zug und St. Moritz halten. Diese Tokens können potenziell 24/7 auf digitalen Marktplätzen gehandelt werden, was die Liquidität dramatisch erhöht und die Transaktionskosten senkt. Dies ist die ultimative Form der neu-definierten Sachwerte.
Die Schweiz ist dank ihrer fortschrittlichen Regulierung, insbesondere des DLT-Gesetzes (Distributed Ledger Technology), weltweit führend in diesem Bereich. Das „Crypto Valley“ in Zug ist nicht nur ein Hub für Kryptowährungen, sondern auch für die Tokenisierung von Realwerten. Plattformen wie daura oder Aktionariat AG ermöglichen es bereits heute, digitale Anteile an Schweizer Unternehmen und Immobilien zu erwerben. Gleichzeitig schafft die SIX Digital Exchange (SDX), die digitale Börse der Schweiz, die professionelle Infrastruktur für den Handel dieser neuen Anlageklasse. Dieses regulatorisch abgesicherte Ökosystem bietet Anlegern eine einzigartige und vertrauenswürdige Möglichkeit, an dieser Revolution zu partizipieren.
Die Tokenisierung von Immobilien steht zwar noch am Anfang, aber sie ist einer der mächtigsten Aspekte an der Schnittstelle von Technologie (Blockchain) und Sachwerten (Immobilien). Für strategische Investoren, die bereit sind, sich mit dieser neuen Technologie auseinanderzusetzen, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten, in einen traditionell schwer zugänglichen Markt zu investieren und von den Effizienzgewinnen der Digitalisierung zu profitieren. Es ist ein Blick in die Zukunft des Vermögensaufbaus.
Das Wichtigste in Kürze
- Schnittstellen-Investition: Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in einzelnen Trends, sondern an den Schnittpunkten von Demografie, Technologie und Deglobalisierung.
- Neu-definierte Sachwerte: Ein resilientes Portfolio kombiniert traditionelle Schweizer Werte (Immobilien) mit innovativen Anlagen wie tokenisierten Assets und einer Prise digitaler Währungen.
- Qualitätsfokus: Ob bei Schweizer Aktien als Proxy für Emerging Markets oder bei Nischenimmobilien – Stabilität und hohe Corporate Governance sind im aktuellen Umfeld entscheidend.
Wie bestimmen Sie den perfekten Mix aus Gold, Aktien und Immobilien für Ihre Lebenssituation?
Nach der Analyse der grossen Megatrends und der Identifikation struktureller Gewinner folgt die Königsdisziplin: die Umsetzung in einer konkreten Asset-Allokation. Der perfekte Mix ist keine universelle Formel, sondern muss zwingend auf Ihre individuelle Lebenssituation, Ihre Risikotoleranz und Ihren Anlagehorizont zugeschnitten werden. Das Schweizer 3-Säulen-System bildet dabei das Fundament, wobei insbesondere die Säule 3a durch steuerbegünstigte Einzahlungen einen idealen Rahmen für den langfristigen Vermögensaufbau bietet.
Ein junger Investor unter 40 mit einem langen Anlagehorizont kann und sollte ein höheres Risiko eingehen. Eine hohe Aktienquote von 60-70% ist hier sinnvoll, um maximal vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Der Immobilienanteil kann indirekt über Immobilienfonds oder -aktien abgebildet werden. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich der Fokus von der reinen Renditemaximierung hin zum Kapitalerhalt und zur Generierung von laufenden Erträgen. Die Aktienquote wird schrittweise reduziert, während der Anteil an stabilen, ertragsgenerierenden Anlagen wie qualitativ hochwertigen Immobilien und Anleihen steigt.
Gold oder andere Rohstoffe sollten in jedem Alter eine Beimischung von 5-15% ausmachen. Sie dienen als „Versicherung“ gegen unvorhergesehene Krisen, Inflation und Währungsturbulenzen. Ihre geringe Korrelation zu Aktien und Anleihen stabilisiert das Gesamtportfolio in turbulenten Zeiten. Das Ziel ist der Aufbau eines Resilienz-Portfolios, das in verschiedenen Marktszenarien bestehen kann. Die folgende Tabelle bietet eine Orientierung für eine altersgerechte Allokation, die als Ausgangspunkt für Ihre persönliche Strategie dienen kann.
Diese Allokationsempfehlungen sind ein bewährter Ausgangspunkt für Schweizer Anleger, der die langfristigen Renditeerwartungen und das Risikoprofil verschiedener Altersgruppen berücksichtigt.
| Altersgruppe | Aktien | Immobilien | Gold/Rohstoffe | Anleihen/Cash |
|---|---|---|---|---|
| Unter 40 Jahre | 60-70% | 15-20% | 5-10% | 10-15% |
| 40-55 Jahre | 50-60% | 20-25% | 10% | 15-20% |
| 55-65 Jahre | 40-50% | 25-30% | 10-15% | 20-25% |
| Über 65 Jahre | 30-40% | 30% | 10-15% | 25-30% |
Die vorgestellten Strategien sind keine kurzfristigen Wetten, sondern ein Rahmen für den Aufbau eines robusten, zukunftsorientierten Vermögens. Beginnen Sie noch heute damit, Ihr Portfolio nicht nur für die Zukunft zu wappnen, sondern es als aktiven Profiteur der grössten strukturellen Veränderungen unserer Zeit zu positionieren.