Veröffentlicht am Mai 15, 2024

Entgegen der Annahme ist nicht Gold oder die Börse der erste Schritt zum Inflationsschutz, sondern die schonungslose Berechnung Ihrer persönlichen, realen Kaufkraftverluste.

  • Ihre persönliche Teuerungsrate liegt oft 1-2% über dem offiziellen Landesindex (LIK), was Ihren realen Verlust beschleunigt.
  • „Sichere“ Zinsen auf dem Sparkonto werden durch Inflation und Steuern zu einem garantierten, schleichenden Verlustgeschäft.

Empfehlung: Fokussieren Sie auf inflationsgeschützte Sachwerte wie aktiv verwaltete Immobilien und nutzen Sie die Stärke des Schweizer Frankens strategisch, um dem Wertverfall entgegenzuwirken.

Sie blicken auf Ihren Kontoauszug und sehen, dass Ihr Erspartes langsam wächst. Die Bank zahlt Ihnen vielleicht ein Prozent Zinsen, und nominal haben Sie mehr Franken als im Vorjahr. Doch an der Kasse im Supermarkt, an der Zapfsäule oder bei der Nebenkostenabrechnung spüren Sie eine unangenehme Wahrheit: Für dieselben Franken bekommen Sie immer weniger. Dieses Gefühl ist keine Einbildung. Es ist die kalte Realität der finanziellen Repression, bei der die Inflation, dieser stille Dieb, schneller frisst, als Ihr Geld wachsen kann.

Viele Ratgeber reagieren auf dieses Problem mit Standardantworten: Kaufen Sie Gold, investieren Sie in Aktien, stecken Sie alles in Immobilien. Diese Ratschläge sind nicht per se falsch, aber sie sind gefährlich unvollständig. Sie behandeln ein Symptom, ohne die Krankheit wirklich zu diagnostizieren. Denn bevor Sie eine Lösung suchen, müssen Sie das wahre Ausmass Ihres Problems verstehen – und das ist fast immer grösser, als die offiziellen Zahlen suggerieren.

Die wahre, brutale Mathematik Ihres Vermögensverlustes liegt nicht allein im offiziellen Inflationswert, sondern in der Kombination aus Ihrer ganz persönlichen Teuerungsrate, der mickrigen Nominalrendite und der unerbittlichen Steuerlast. Wenn Sie glauben, mit 1% Zinsen auf der sicheren Seite zu sein, erleben Sie eine Kaufkraft-Illusion, die Sie Jahr für Jahr ärmer macht. Die entscheidende Frage ist also nicht, *was* Sie kaufen sollen, sondern *wie* Sie die unsichtbaren Mechanismen aufdecken, die Ihr Vermögen erodieren lassen.

Dieser Artikel wird Ihnen genau das zeigen. Wir werden zuerst die brutale Wahrheit Ihrer persönlichen Realrendite aufdecken und Ihnen zeigen, warum offizielle Statistiken oft ein zu positives Bild zeichnen. Anschliessend analysieren wir, welche Sachwerte in der Schweiz historisch den besten Schutz boten und wie Sie diese Instrumente, inklusive der Stärke des Schweizer Frankens, strategisch für sich nutzen können, um den stillen Dieb endlich in die Schranken zu weisen.

Um Ihnen eine klare Übersicht über die entscheidenden Aspekte des Vermögensschutzes zu geben, folgt eine detaillierte Gliederung der Themen, die wir behandeln werden. Jeder Abschnitt baut auf dem vorherigen auf, um Ihnen ein umfassendes Verständnis und konkrete Handlungsoptionen zu vermitteln.

Warum ist Ihre persönliche Inflationsrate oft höher als der offizielle Landesindex (LIK)?

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) ist die offizielle Messgrösse für die Teuerung in der Schweiz. Doch dieser Index ist ein Durchschnittswert, der auf einem standardisierten Warenkorb basiert, der möglicherweise wenig mit Ihren tatsächlichen Ausgaben zu tun hat. Die Wahrheit ist: Jeder Haushalt hat seine eigene, persönliche Inflationsrate. Und diese liegt oft deutlich über dem publizierten Wert. Der Grund dafür liegt in der individuellen Gewichtung Ihrer Ausgaben. Wenn Sie beispielsweise einen grossen Teil Ihres Einkommens für Wohnen, Energie oder importierte Güter ausgeben – Bereiche, die oft überdurchschnittlich teurer werden – trifft Sie die Teuerung härter als den „Durchschnittsschweizer“.

Eine Schweizer Familie am Küchentisch, die besorgt ihre Haushaltsrechnungen prüft und die persönliche im Vergleich zur offiziellen Inflationsrate vergleicht.

Daten zeigen, dass gerade die Bereiche Wohnen und Energie sowie Restaurants und Hotels in der jüngeren Vergangenheit die höchsten Inflationsraten aufwiesen. Wenn Ihr Lebensstil stark von diesen Posten geprägt ist, während Sie wenig für Elektronik ausgeben, die tendenziell günstiger wird, klafft eine Lücke zwischen der offiziellen und Ihrer gefühlten Teuerung. Das Bundesamt für Statistik stellt fest, dass je nach Konsumverhalten der individuelle Warenkorb leicht um 1-2 Prozentpunkte vom LIK abweichen kann. Das klingt nach wenig, summiert sich aber über die Jahre zu einem massiven Kaufkraftverlust, den Sie in Ihrer Vermögensplanung berücksichtigen müssen.

Der erste und wichtigste Schritt zum Schutz Ihres Vermögens ist daher, diese „Kaufkraft-Illusion“ zu durchbrechen. Hören Sie auf, sich nur am LIK zu orientieren. Analysieren Sie stattdessen Ihre eigenen, grössten Ausgabenblöcke und ermitteln Sie Ihre persönliche Teuerungsrate. Nur so erkennen Sie das wahre Ausmass der Bedrohung für Ihr Erspartes und können gezielte Gegenmassnahmen ergreifen.

Warum frisst die Inflation Ihr Erspartes auf, selbst wenn die Bank 1% Zinsen zahlt?

Die Vorstellung, dass Zinsen auf dem Sparkonto eine Form von Gewinn sind, ist eine der gefährlichsten finanziellen Illusionen unserer Zeit. In einem Umfeld, in dem die Inflation die Zinsen übersteigt, ist Ihr „sicherer“ Zinsertrag in Wahrheit ein garantierter Verlust. Dieses Phänomen nennt sich negativer Realzins. Die Formel ist einfach und brutal: Realzins = Nominalzins – Inflationsrate. Zahlt Ihnen die Bank 1% Zins, während Ihre persönliche Inflationsrate bei 3% liegt, verlieren Sie jedes Jahr real 2% an Kaufkraft.

Ein konkretes Schweizer Beispiel macht das Desaster deutlich: Stellen Sie sich vor, Sie haben 50’000 Franken auf einem Sparkonto. Nach Abzug von Steuern und einer angenommenen Inflation von nur 2% pro Jahr, schrumpft der reale Wert Ihres Kapitals nach zehn Jahren auf nur noch rund 39’012 Franken. Sie haben nominal zwar Zinsen erhalten, aber real einen Wertverlust von fast 11’000 Franken erlitten. Ihr Geld ist weniger wert, obwohl die Zahl auf dem Kontoauszug grösser geworden ist. Dies ist der „stille Dieb“ bei der Arbeit.

Dieses Problem ist nicht auf die Schweiz beschränkt. Experten warnen, dass selbst bei einem angestrebten Inflationsziel von zwei Prozent Sparer über einen Zeitraum von rund elf Jahren einen realen Verlust von fast 20% erleiden können. Die Sicherheit des Sparkontos ist trügerisch; es ist vielmehr ein sicherer Hafen für die schleichende Enteignung. Wer sein Vermögen nicht nur erhalten, sondern vermehren will, muss erkennen, dass das Parken von Geld auf zinsarmen Konten in Inflationszeiten keine Strategie, sondern eine Kapitulation ist.

Lohnerhöhung vs. Inflation: Ab wann machen Sie real Rückschritte beim Einkommen?

Eine Lohnerhöhung von 2% fühlt sich wie ein Erfolg an – bis man die Realität dahinter betrachtet. Denn genau wie bei Ihrem Ersparten gilt auch für Ihr Einkommen: Entscheidend ist nicht der nominale Betrag, sondern die reale Kaufkraft, die nach Abzug von Inflation und Steuern übrig bleibt. Macht Ihr Chef Ihnen eine Freude mit 2% mehr Lohn, während die durchschnittliche Inflation in der Schweiz 2024 bei 1.1 Prozent liegt, scheint auf den ersten Blick alles in Ordnung. Doch hier kommen zwei unsichtbare Feinde ins Spiel: Ihre persönliche Teuerung und die Steuerprogression.

Ein leeres, modernes Büro in Zürich bei Dämmerung, das die Lücke zwischen nominalem Lohn und realer Kaufkraft nach Steuerprogression symbolisiert.

Liegt Ihre persönliche Inflationsrate, wie oft der Fall, bei 2.5%, hat Ihre Lohnerhöhung den Kaufkraftverlust nicht einmal ausgeglichen. Sie machen bereits einen realen Rückschritt. Schlimmer noch ist der Effekt der kalten Progression in der Schweiz. Ihre Lohnerhöhung kann Sie in eine höhere Steuerklasse katapultieren. Das bedeutet, dass von Ihrem zusätzlichen Einkommen überproportional viel an den Fiskus fliesst. Am Ende kann es passieren, dass Sie trotz Lohnerhöhung netto weniger Kaufkraft haben als zuvor. Sie arbeiten mehr oder besser, werden dafür belohnt, aber können sich am Ende weniger leisten.

Selbst der Staat erkennt dieses Prinzip an, etwa bei den AHV- und IV-Leistungen. In der Schweiz werden diese in der Regel alle zwei Jahre an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst, um den Kaufkraftverlust der Rentner auszugleichen. Die letzte Anpassung erfolgte am 1. Januar 2023. Was für die Rente gilt, müssen Sie für Ihr eigenes Gehalt selbst einfordern: Eine Lohnerhöhung, die nicht signifikant über Ihrer persönlichen Inflationsrate und der zusätzlichen Steuerlast liegt, ist kein Fortschritt, sondern bestenfalls ein Stillstand.

Nominal minus Inflation minus Steuer: Die brutale Wahrheit über Ihre „sichere“ 1%-Rendite

Die wichtigste Kennzahl für jeden Sparer ist die brutale Realrendite. Sie ist das, was von Ihrer nominalen Rendite übrig bleibt, nachdem der stille Dieb Inflation und sein Komplize, das Steueramt, ihren Anteil genommen haben. Die Formel ist eine einfache Subtraktion, deren Ergebnis oft schockierend ist: Realrendite = Nominalrendite – Inflationsrate – Steuersatz. Eine „sichere“ Anlage, die Ihnen 1% Zinsen bringt, wird bei 2% Inflation und einem angenommenen Steuersatz von 30% auf die Zinserträge zu einem realen Verlust von -2.3% pro Jahr. Sie verlieren Geld, während Sie glauben, es sicher anzulegen.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die dramatischen Langzeitfolgen: Ein Vermögen von 100’000 Franken, das bei 2% Zinsen und 5% Inflation angelegt wird, schrumpft in seiner realen Kaufkraft nach 20 Jahren auf nur noch rund 54’000 Franken. Fast die Hälfte des Wertes wurde vernichtet, obwohl das Kapital nominal gewachsen ist. Das ist die brutale Wahrheit, der sich Sparer stellen müssen. Das Sparkonto ist in diesem Szenario keine sichere Bank, sondern eine garantierte Wertvernichtungsmaschine.

Besonders tückisch ist das System in der Schweiz bei der Unterscheidung der Steuerlast. Während die Zinserträge auf Ihrem Sparkonto oder aus Obligationen zu 100% als Einkommen steuerbar sind, sind Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Aktien für Privatpersonen in der Regel steuerfrei. Dies schafft eine massive Ungleichbehandlung und bestraft den vorsichtigen Sparer, während der informierte Investor belohnt wird. Wer also nur auf „sichere“ Zinsanlagen setzt, tappt direkt in die Falle der maximalen Besteuerung bei minimaler Rendite.

Das Schicksal der Obligationäre: Warum Anleihen in Hochinflationsphasen die grossen Verlierer sind

Obligationen, insbesondere Staatsanleihen, galten lange als Inbegriff der Sicherheit. Man leiht dem Staat oder einem Unternehmen Geld und erhält dafür einen festen Zins (Coupon). In Zeiten stabiler oder fallender Preise ist dies ein solides Geschäft. In Phasen hoher Inflation verkehrt sich dieses Versprechen jedoch ins Gegenteil: Obligationäre werden zu den Hauptverlierern des Finanzsystems. Das Problem ist die starre Nominalverzinsung. Eine Anleihe, die mit 1% Zins emittiert wurde, zahlt weiterhin 1% Zins, auch wenn die Inflation auf 3% oder 5% steigt.

Der reale Wert der Zinszahlungen schmilzt dahin, und schlimmer noch, der Wert der Anleihe selbst sinkt. Warum sollte jemand Ihre alte 1%-Anleihe kaufen, wenn neuere Anleihen mit höheren Zinsen auf den Markt kommen, um die Inflation auszugleichen? Um Ihre alte Anleihe verkaufen zu können, müssen Sie einen Preisabschlag in Kauf nehmen. Sie erleiden also nicht nur einen Kaufkraftverlust bei den Zinsen, sondern auch einen Kursverlust beim Kapital. Dies macht festverzinsliche Anleihen zu einem denkbar schlechten Investment in Inflationszeiten.

Die aktuelle Situation in der Schweiz unterstreicht dies eindrücklich. Während die Inflation spürbar ist, lag die Rendite von 10-jährigen Bundesobligationen im Januar 2024 bei nur etwa 0.8 Prozent. Jeder Franken, der in diese „sicheren“ Papiere investiert wurde, verlor an diesem Tag real an Wert. Anleger, die auf Sicherheit bedacht sind und ihr Portfolio mit Schweizer Staatsanleihen füllen, zahlen also aktiv dafür, dem Staat Geld leihen zu dürfen. Das ist das bittere Schicksal der Obligationäre in einer Welt der finanziellen Repression.

Aktien, Gold oder Immobilien: Welcher Sachwert ist historisch der beste Inflationsschutz?

Wenn klar ist, dass Nominalwerte wie Sparkonten und Obligationen in Inflationszeiten versagen, richtet sich der Blick unweigerlich auf Sachwerte. Doch welcher ist der beste? Die Antwort ist nicht pauschal, sondern hängt von der Phase, dem Standort und der eigenen Strategie ab. Historisch gesehen haben sich drei Klassen bewährt: Aktien, Immobilien und Gold. Jede hat ihre eigenen Stärken und Schwächen im Schweizer Kontext. Wie der Experte Dieter Galli von Swisscanto Asset Management hervorhebt, zeigt ein Blick in die Vergangenheit wertvolle Lektionen:

Immobilien waren neben Gold und Rohstoffen in den 1970er Jahren diejenige Anlageklasse, welche die Inflation überkompensieren konnte.

– Dieter Galli, Swisscanto Asset Management

Aktien gelten als guter Inflationsschutz, weil Unternehmen Preiserhöhungen an Kunden weitergeben und so ihre Gewinne steigern können. In der Schweiz kommt der entscheidende Vorteil hinzu, dass private Kapitalgewinne steuerfrei sind. Gold wiederum ist der klassische Krisenhafen; es hat keinen Cashflow, aber bewahrt seinen Wert, wenn das Vertrauen in Papierwährungen schwindet. Immobilien bieten Schutz durch inflationsindexierte Mieteinnahmen und Wertsteigerung des Bodens. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die jüngste Entwicklung in der Schweiz.

Renditeentwicklung Schweizer Sachwerte 2023-2024
Anlageklasse Performance 2023 Inflationsschutz Besonderheit Schweiz
Schweizer Immobilienfonds (SWIIT) +2.3% Hoch Mieten an Inflation gekoppelt
SMI Aktien Variabel Mittel-Hoch Steuerfreie Kapitalgewinne
Gold/Edelmetalle Stabil Hoch in Krisen Safe Haven Schweizer Franken

Die Wahl ist also keine Entweder-oder-Frage. Eine intelligente Strategie kombiniert diese Anlageklassen. Immobilien bieten einen stabilen, inflationsgeschützten Cashflow, Aktien das Potenzial für hohe, steuerfreie Wertsteigerungen, und Gold eine Versicherung für den Extremfall. Der Schlüssel liegt in der Diversifikation über verschiedene Sachwerte, die auf die Schweizer Gegebenheiten zugeschnitten ist.

Altmietverträge und Inflation: Warum Ihre reale Rendite sinkt, wenn Sie die Miete nie anpassen

Immobilien gelten als Fels in der Brandung der Inflation, doch dieser Fels kann erodieren, wenn er nicht aktiv verwaltet wird. Viele Immobilienbesitzer in der Schweiz begehen einen fatalen Fehler: Sie lassen ihre Mietverträge über Jahre unangetastet. Während ihre eigenen Kosten für Unterhalt, Versicherungen und Hypothekarzinsen mit der Inflation steigen, bleiben die Einnahmen konstant. Das Resultat ist eine schleichende Aushöhlung der Realrendite. Sie besitzen zwar einen wertvollen Sachwert, aber Ihr Cashflow wird jedes Jahr real weniger wert.

Makroaufnahme eines verwitterten Türrahmens eines Schweizer Wohnhauses, der die Alterung und den Wertverlust ohne Instandhaltung symbolisiert.

Dieses Phänomen ist eine klassische „Sachwert-Falle“. Man fühlt sich sicher, weil man „Betongold“ besitzt, übersieht aber, dass eine Immobilie ein unternehmerisches Investment ist, das Management erfordert. Die gute Nachricht: Das Schweizer Mietrecht bietet klare Mechanismen, um die Miete fair und legal an die Teuerung anzupassen. Der wichtigste Hebel ist die Koppelung an den hypothekarischen Referenzzinssatz und einen Teil der Teuerung gemäss LIK. Eine Entwicklung, die zeigt, wie wichtig Handeln ist, war die stärkste Erhöhung der Angebotsmieten seit Messbeginn 1996, die einen Anstieg von 6.3% im ersten Quartal 2024 zeigte. Wer hier nicht handelt, subventioniert quasi seine Mieter und verschenkt Rendite.

Die Anpassung der Miete ist kein Akt der Gier, sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, um den realen Wert Ihrer Investition zu erhalten. Sie stellt sicher, dass die Einnahmen im Einklang mit den steigenden Kosten bleiben und Ihre Rendite nicht vom stillen Dieb aufgefressen wird. Wer diesen Aspekt vernachlässigt, macht aus einem Top-Investment einen teuren Klotz am Bein.

Ihr Plan zur legalen Mietzinsanpassung in der Schweiz

  1. Referenzzinssatz prüfen: Überprüfen Sie den aktuell gültigen hypothekarischen Referenzzinssatz, der vom Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) vierteljährlich publiziert wird.
  2. Teuerung berechnen: Berechnen Sie die zulässige Erhöhung basierend auf 40% der aufgelaufenen Teuerung seit der letzten Mietzinsfestlegung (gemäss LIK).
  3. Amtliches Formular verwenden: Nutzen Sie zwingend das vom Kanton genehmigte Formular zur Mitteilung einer Mietzinserhöhung, um formale Fehler zu vermeiden.
  4. Gesetzliche Fristen einhalten: Die Ankündigung muss dem Mieter mindestens 10 Tage vor Beginn der Kündigungsfrist auf den nächstmöglichen Kündigungstermin zugestellt werden.
  5. Mehrkosten dokumentieren: Begründen Sie die Erhöhung zusätzlich mit gestiegenen Unterhalts- und Betriebskosten und halten Sie entsprechende Belege bereit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Berechnen Sie Ihre persönliche Inflationsrate; sie ist der wahre Massstab für Ihren Kaufkraftverlust, nicht der offizielle LIK.
  • Die Realrendite nach Steuern ist die einzige relevante Kennzahl für Ihr Sparkapital. Positive Nominalzinsen können einen realen Verlust bedeuten.
  • Sachwerte wie Immobilien und Aktien bieten langfristigen Schutz, aber nur bei aktivem Management und Verständnis der Schweizer Steuervorteile.

Wie schützen Sie Ihr Vermögen durch den „Safe Haven“ Schweizer Franken vor globalen Krisen?

In einer unsicheren Welt ist der Schweizer Franken (CHF) mehr als nur eine Währung; er ist ein global anerkannter „Safe Haven“, ein sicherer Hafen. Diese Stärke ist ein fundamentaler, oft unterschätzter Baustein für den Vermögensschutz in der Schweiz. Wenn globale Krisen das Vertrauen in den Dollar oder Euro erschüttern, flüchten internationale Anleger in den Franken, was ihn aufwertet. Diese Aufwertung hat einen direkten, positiven Effekt auf Ihre Kaufkraft: Importe werden günstiger. Von Benzin über Elektronik bis hin zu Lebensmitteln – ein starker Franken dämpft die importierte Inflation und schützt so das Vermögen aller, die in der Schweiz leben und wirtschaften.

Doch dieser Schutz ist passiv. Um ihn aktiv zu nutzen, sollten Schweizer Sparer ihr Vermögen überwiegend in Franken halten und Anlagen in Fremdwährungen nur als bewusste Diversifikation betrachten. Jeder Euro oder Dollar im Portfolio birgt ein Währungsrisiko, das in Krisenzeiten gegen Sie arbeiten kann. Die Strategie sollte also lauten: In CHF leben, sparen und investieren. Dieser Heimatfokus ist in diesem Fall kein Mangel an Weitsicht, sondern eine kluge Nutzung eines einzigartigen strukturellen Vorteils, den nur wenige Länder bieten.

Fallstudie: Diversifikation ausserhalb des Bankensystems mit RealUnit

Ein innovativer Ansatz, der die Stärke der Schweiz mit moderner Technologie verbindet, ist das Konzept von Unternehmen wie RealUnit Schweiz AG. Die Firma hält physische Sachwerte wie Edelmetalle direkt und ermöglicht es Aktionären, ihre Anteile als Token auf der Ethereum-Blockchain zu halten. Diese „RealUnit Token“ können in einer privaten Wallet ausserhalb des traditionellen Bankensystems gespeichert werden. Dies bietet einen doppelten Schutz: Erstens ist das Vermögen in realen, krisenresistenten Werten investiert. Zweitens reduziert es die Abhängigkeit vom Bankensystem, das in einer schweren Finanzkrise selbst zum Risiko werden könnte. Das Unternehmen verfolgt die Strategie, mindestens 50% der Vermögenswerte ausserhalb des Bankensektors zu halten, was die Philosophie des ultimativen „Safe Haven“ auf die nächste Stufe hebt.

Der Schutz durch den Schweizer Franken ist also zweidimensional. Einerseits profitieren Sie automatisch von der dämpfenden Wirkung auf die Inflation. Andererseits können Sie durch eine bewusste Konzentration Ihres Vermögens auf CHF-Anlagen und innovative, systemunabhängige Lösungen wie tokenisierte Sachwerte Ihre Resilienz gegenüber globalen Schocks maximieren. Es geht darum, die Stabilität der Schweiz nicht nur als gegeben hinzunehmen, sondern sie als aktiven Teil Ihrer Vermögensstrategie zu begreifen.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihre persönliche Inflationsrate zu berechnen und die brutale Realrendite Ihrer Anlagen zu ermitteln. Nur mit dieser schonungslosen Analyse können Sie die richtigen Entscheidungen treffen und Ihr Vermögen wirksam vor dem stillen Dieb schützen.

Häufig gestellte Fragen zur Realrendite

Wie berechnet sich die reale Rendite?

Die Realrendite berechnet sich aus dem Nominalzins abzüglich der Inflationsrate, abzüglich der Steuern auf Zinserträge und abzüglich der Vermögenssteuer. Es ist das, was nach allen Abzügen real an Kaufkraft übrig bleibt.

Warum sind Sparkonten besonders betroffen?

Sparkonten sind besonders stark betroffen, weil in der Schweiz Zinserträge zu 100% als Einkommen versteuert werden müssen. Im Gegensatz dazu sind Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Aktien für Privatpersonen in der Regel steuerfrei, was eine erhebliche steuerliche Benachteiligung für Sparer darstellt.

Gibt es sichere Alternativen mit positiver Realrendite?

Inflationsindexierte Bundeswertpapiere können einen gewissen Schutz bieten, da ihre Verzinsung an die Inflationsrate gekoppelt ist. Allerdings haben auch sie Nachteile und sind nicht immer breit verfügbar. Eine positive Realrendite erfordert heute meist den Schritt in Sachwerte wie Aktien oder Immobilien.

Geschrieben von Andreas Vogt, Promovierter Makroökonom (Dr. oec.) und unabhängiger Anlagestratege. Spezialist für Geldpolitik, Zinsmärkte und Währungsabsicherung.